Der Macher und die Geschichte der Manufaktur Rocca

Das bin Ich

Über mich

Jahrgang 1976 · Stuttgart · Reichenbach an der Fils

Handwerkskunst und Leidenschaft.
Und dann erst das Produkt.

Ich bin Pierluigi Rocca. Kein Künstlername — ich heiße wirklich so.

Stuttgarter mit italienischen Wurzeln: italienische Vita, italienisches Design, schwäbische Tugenden. Ich fertige Lederwaren in Reichenbach an der Fils — von Hand, komplett ohne Maschinen, jedes Stück ein Unikat.

Alles, was meine Werkstatt verlässt, habe ich selbst gemacht. Jeden Schnitt, jeden Schlag, jeden Stich. Keine Angestellten, keine Zulieferer, keine Massenware.

Pierluigi Rocca bei der Arbeit am Ledergürtel in seiner Werkstatt

Einundzwanzig Jahre — und dann ein Schnitt

Einundzwanzig Jahre habe ich bei Mercedes-Benz gearbeitet, zuletzt in der Entwicklung und im Prototypenbau. Ein sicherer Platz, ein gutes Gehalt, ein Firmenausweis, der etwas galt.

Und irgendwann das Gefühl, dass das, was ich hineinstecke, nicht mehr ankommt. Nicht die Arbeit selbst — die konnte ich. Sondern die Wertschätzung dafür. Wer viel gibt und wenig zurückbekommt, merkt das nach einer Weile in den Knochen.

Der Entschluss zu gehen ist mir nicht leichtgefallen. Man verlässt einen sicheren Weg nicht, weil es bequem wäre. Man verlässt ihn, weil man es sonst nicht mehr aushält.

Der Sprung

Etwas mit den eigenen Händen zu bauen, war für mich nie ein Hobby, sondern eine Notwendigkeit. Vor dem Leder waren es Custom Bikes, mit eigener Firma.

Als ich mich selbstständig gemacht habe, stand meine Familie hinter mir. Meine Frau und meine beiden Kinder. Ersparnisse flossen in den Aufbau meiner Manufaktur.

Das war keine leichte Zeit, und ich rede nicht gern darum herum. Es waren Monate, in denen ich gelernt habe, was Rückhalt wert ist — und Vertrauen.

Pierluigi Rocca im Nadelstreifenanzug an seinem Oldtimer
Pierluigi Rocca in seiner Werkstatt in Reichenbach an der Fils

Wie aus einem Motorradsitz eine Werkstatt wurde

Mein erstes Lederwerkstück war ein Sitz für mein Motorrad. Das Handwerk habe ich mir selbst beigebracht — mit guten Tutorials, viel Ausprobieren und ziemlich viel Sturheit.

Danach kamen Gürtel, Untersetzer, Halsbänder, Schlüsselanhänger, Lederschalen. Irgendwann waren es zu viele Stücke für den Küchentisch und zu viele Ideen für den Feierabend.

Heute steht in Reichenbach eine Werkstatt, in der alles durch eine Hand geht. Meine. Nichts wird zugekauft, nichts ausgelagert, nichts beschönigt.

Mein Kredo

Nicht für jedermann.
Sondern für jemanden.

Ich fertige besondere Lederwaren für besondere Menschen. Jedes Stück so einzigartig wie du.

Standard gibt es genug. Und woanders.

Pierluigi Rocca, Porträt

Mein Handwerk · Eins

Der Stempel macht den Unterschied

Design trifft Handwerkskunst. Das ist keine Floskel, sondern die Reihenfolge, in der ich arbeite: erst der Entwurf, dann die Hand.

Jedes Muster setze ich mit Punze und Hammer einzeln ins feuchte Leder — ein Stempel, ein Schlag, ein Motiv. Dann der nächste. Über die gesamte Länge des Riemens. Nicht bedruckt, nicht gelasert, nicht gewalzt.

Man sieht es nicht nur, man fühlt es. Und weil jeder Schlag aus meiner Hand kommt, ist kein Stück exakt wie das andere. Zwei Gürtel mit demselben Muster sind Geschwister, niemals Kopien. So einzigartig wie du.

Pierluigi Rocca punziert ein Muster mit Punze und Hammer ins Leder

Meine Muster heißen Skulls, Stars, Basket, Gingo Wave, Dragon und Snake — sie tragen Namen, weil ich sie selbst entworfen habe. Manche über Jahre entwickelt, manche für einen einzigen Kunden. Dazu die Kontrastnaht in der Farbe deiner Wahl, die das Motiv erst herausholt.

Schwarzer Ledergürtel mit von Hand punzierten Totenköpfen und roter Kontrastnaht
Punziertes Muster mit Rocca-Signet und grüner Kontrastnaht

Mein Handwerk · Zwei

Die Sattlernaht

Genäht wird mit einer Stechahle und zwei Nadeln. Beide Nadeln gehen durch dasselbe Loch, von rechts und von links — die Fäden verschlingen sich mitten im Leder, statt sich nur ineinanderzuhaken wie bei der Maschine. Reißt einer, löst sich genau dieser eine Stich. Der Rest hält.

Eine Maschine schafft eine Naht in zwei Minuten. Ich brauche mehrere Stunden. Nur diese Naht hält — keine Maschine kann eine verschlungene Sattlernaht. Der Unterschied zeigt sich nicht im Laden, sondern erst über die Jahre.

Und er kommt früher, als man denkt. Eine Maschinennaht gibt oft schon nach zwei, drei Jahren nach. Dazu kommt, was darunter liegt: Häufig sind mehrere dünne Lagen zusammengeklebt, und nicht einmal aus gutem Leder. Bei mir ist es eine einzige, dicke Lage Vollnarbenleder.

Was „handvernäht“ wirklich heißt

Diese Naht beherrschen nur noch wenige, und ich mache sie aus Überzeugung. Andere sind auf die Maschine umgestiegen — wegen Tempo, wegen der Marge, oder weil sie es schlicht nicht können. Ausbaden muss es am Ende der Kunde.

Wo eine Nähmaschine läuft, ist es keine Handnaht. Ehrlich wäre handgeführte Maschinennaht. Der Unterschied ist am fertigen Stück zu sehen, wenn man weiß, worauf man schauen muss — und genau das zeige ich dir. Spätestens am Produkt merkst du es selbst.

Das gilt bei mir nicht nur für Gürtel. Jedes Stück mit einer Naht — Wallets, Kartenetuis, Halstuchringe, alles — vernähe ich selbst im traditionellen Sattlerstich, mit hochfestem gewachstem Leinen- oder Polyestergarn.

Wie eine Sattlernaht entsteht, zeige ich dir hier im Detail →

Können, nicht nur Leidenschaft

Punzieren kann man lernen. Ein Stück auf diesem Niveau zu bauen, ist etwas anderes. Bei mir ist es nicht allein die Freude an der Sache, sondern das Können, das über Jahre dazugekommen ist — und ein eingerichtetes Atelier mit einer echten Werkstatt dahinter.

Der Maßstab ist überall derselbe. Ob der kleinste Schlüsselanhänger, ein Kartenetui, eine Lederschale oder ein Gürtel: dasselbe hochwertige Leder, dieselbe Sorgfalt an der Kante, dieselbe Naht. Ich bin ein sehr qualitätsbewusster Mensch, und genau das gebe ich weiter.

Meine Stücke sind preiswert — weil sie ihren Preis wert sind.

Das ist der Punkt, an dem viele Hersteller mit Premiumanspruch heute nicht mehr mithalten. Sie haben ein Label. Ich will die ganze Harmonie: höchste Qualität, von einer Hand — meiner.

Pierluigi Rocca bei der Punzierarbeit
Werkzeug und Lederwaren der Manufaktur Rocca
Meine Stanzmaschine ist ein Eisen und ein Hammer. Meine Prägemaschine sind kleine Stempel und ein Hammer. Meine Poliermaschine ist ein Polierholz und ein flottes Handgelenk.

Das Ende einer langen Kette

Bevor das Leder auf meinem Tisch liegt, hat es einen weiten Weg hinter sich. Der Bauer, das Tier, der Metzger, die Gerberei. Viele Hände, viele Monate, ein Leben.

Ich stehe am Ende dieser Wertschöpfungskette. Was ich daraus mache, ist das Letzte, was diesem Material passiert — deshalb muss es das Beste sein, das ich kann. Alles andere wäre respektlos gegenüber allem, was vorher war.

Gearbeitet wird ohne Maschinen. Nicht aus Prinzipienreiterei, sondern weil eine Maschine nicht sieht und nicht fühlt, was die Haut an dieser Stelle gerade braucht. Und weil ich selbst erleben und spüren will, wie ein Stück entsteht — das lasse ich mir nicht nehmen. Genau so entstehen meine einzigartigen Stücke der Manufaktur Rocca.

Pierluigi Rocca in seinem Atelier

High End, das bezahlbar bleibt

Meine Stücke bekommst du ausschließlich bei mir. Keine Wiederverkäufer, keine Zwischenhändler, kein Ladennetz. Was du zahlst, geht in Material und Arbeitszeit — nicht in Werbeagentur, Handelsspanne und Miete in bester Lage.

Günstig ist das nicht, und es soll es auch nicht sein. Aber es ist ehrlich gerechnet. Ich setze mir hohe Standards, und davon muss ich leben können — nicht zwei Jahre lang, sondern so lange, dass du in zwanzig Jahren noch bei mir anrufen kannst.

In einem Gürtel von mir stecken Stunden, keine Minuten. Und er begleitet dich zwanzig Jahre, nicht zwei.

Kein Modekauf. Ein Investment.

Bei mir kaufst oder bestellst du nicht einfach ein Produkt, sondern ein handgefertigtes Kunstwerk mit Charakter, das mit dir Geschichte schreibt.

Kein Saisonartikel, den man im nächsten Jahr ersetzt, sondern eine Anschaffung, die bleibt — und die nicht jeder hat, weil es sie nur bei mir gibt.

Pierluigi Rocca mit Ledergürtel und Lederjacke

Von Texas bis Japan

Meine Arbeiten gehen längst nicht mehr nur in den Umkreis. Bestellungen kommen aus Texas und aus Japan, aus Österreich, der Schweiz und Italien.

Trotzdem will ich nicht wachsen um jeden Preis. Größe war noch nie mein Maßstab. Ich stelle niemanden ein, um mehr zu schaffen — dann wäre es nicht mehr meine Arbeit, die du kaufst.

Am Ende geht es um Wertschätzung — und zwar in beide Richtungen. Für das Handwerk, für die Menschen, die mich auf meinem Weg begleitet haben, und für meine eigene Arbeit. Nach einundzwanzig Jahren, in denen sie mir gefehlt hat, weiß ich ziemlich genau, was sie wert ist.

Und für dich. Wer bei mir bestellt, bekommt meine Zeit, meine Sorgfalt und mein Wort — keine Bestellnummer in einem System. Du erreichst mich persönlich am Telefon, vor dem Kauf und Jahre danach.

Für besondere Menschen

Meine Kunden suchen keine Massenware. Sie kaufen lieber ein Stück, das zwanzig Jahre hält, als fünf, die nach einem Jahr durch sind.

Aber es geht nicht nur um Haltbarkeit. Es geht darum, etwas zu tragen, das sonst niemand hat. Kein Modell aus einer Serie von zehntausend, sondern ein Stück, das nur bei mir entsteht — mit einem Muster, das ich selbst entworfen habe, in einer Zusammenstellung, die du bestimmst, gefertigt nach deinem Maß. Nicht jeder Mann und nicht jede Frau hat so etwas. Genau das ist der Punkt.

Die meisten sind Männer. Getragen werden meine Gürtel aber genauso von Frauen — und zwar nicht nur die schmalen Linien. Gerade die breiten Modelle werden von Frauen gern genommen, genau wegen ihrer Besonderheit.

Das wird sich erweitern. Ich arbeite an Accessoires, die ich eigens für Frauen entwerfe — feiner in der Linie, gleiche Machart, gleiches Leder. Wer davon zuerst erfahren möchte, trägt sich in meinen Newsletter ein.

Porträt von Pierluigi Rocca

Du willst sehen, wo dein Stück entsteht?

Dann komm vorbei. Nach vorheriger Absprache zeige ich dir meine Werkstatt gern — und du siehst mit eigenen Augen, wie aus einer Haut ein handgefertigtes Unikat wird.

kontakt@manufaktur-rocca.de
+49 178 97 999 21 · Di.–Fr. 10 bis 18 Uhr

Herzlichst, dein Pierluigi

Pierluigi Rocca auf einer Messe vor dem Banner der Manufaktur Rocca
Pierluigi Rocca am Stand der Manufaktur Rocca

Porträtiert in The Heritage Post Nr. 60, Rubrik „The Rugged Guys“.

Atelier Reichenbach

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Manufaktur Rocca Service

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